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abhijit bossotto

personal thoughts in an impersonal world

Giacobbo / Müller – Late Service Public

Ich gebe es zu: Ich bin ein grosser Fan von Viktor Giacobbo und Mike Müller. Wobei ich ersteren schon seit meiner Jugend schon kenne, damals noch Macher und Kopf von «Viktors Spätprogramm».

Da ich leider letzten Sonntag die Premiere von «Giacobbo/Müller» verpasst habe, konnte mir nun die zweite Folge gemütlich einverleiben.

«Giacobbo/Müller» ist eine reife Sendung und man muss sich schon ein wenig mit der Schweizer Politik und dem Geschehen in der Schweiz auskennen. Weniger auf Sketch ausgelegt wie seine frühere Sendung, macht aber auch «Giacobbo/Müller» einen guten Eindruck.

Ich freue mich auf die weiteren Folgen.

Opposition? Na und?

Auch zwei Tage nach der Demütigung des – definitiv – abgewählten Bundesrates, gibt sich die «wählerstärkste» und «volksnahe» Partei immer noch als kleines, trotziges Kind zu erkennen, das den Parlamentswillen nur ungerne akzeptiert und diesen nun für ihren Gang in die «Opposition» ausschlachtet.

Dabei vergessen die machtgierigen und verblendeten «Volkspolitiker» offenbar einige Punkte und rücken sich die Realität – wie sie das ja schon so oft tun – ganz nach eigenem Belieben zurecht.

«Volkswille missachtet»

Der Wille des Volkes wurde keineswegs missachtet. Zudem stellen knapp 30 % Wählerschaft keine Mehrheit dar. Und auch diese 30 % Wählerschaft steht nicht voll hinter Bundesrat Blocher oder den anderen Hardlinern aus Zürich. Viele fühlen sich sonst mit der Partei verbunden. Allerdings hat sich die Partei mit ihrer Personifizierung – Blocher = SVP – selber den dünnen Ast abgesägt, auf welchen sie sich begab. Denn, auch ein Blocher sollte sich an die üblichen Gepflogenheiten halten, auch wenn dies vielleicht für einen Bundesratsbruder nicht gelten muss…

«Konkordanz»

Was die lieben strammen «Parteisoldaten» aus Zürich oft in den letzten Stunden vergessen ist, dass alle anderen Parteien ihnen sehr wohl zwei Bundesratssitze zugestehen. Sich aber gegen eine Wahl von Blocher gestellt haben. Blocher wurde damals unter massivem Druck in den Bundesrat gehievt und hat sich nie von seiner Oppositionsführer-Rolle losgelöst. Warum auch?

«Opposition»

Jetzt will die «Volkspartei» also in die Opposition. Nur was heisst das für eine Partei, die sich so stark auf einen einzigen «Führer» versteift und der keine Alternative duldet. Was bedeutet das für eine Partei, die gemässigtere Kräfte aus Kommissionen ausschliesst oder ihre eigenen zwei Bundesräte – zwei hat sie ja immer noch! – aus den eigenen Fraktionen ausschliesst?

Natürlich kann sie nun den Staatsbetrieb lahm legen. Nur irgendwann werden die blinden Blocher-Wähler einfach merken, dass sie dem falschen «Führer» gefolgt sind. Es ist nur eine Frage der Zeit.

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Lieber ehemaliger Bundesrat…

Lieber ehemaliger Bundesrat

Heute ist ein Glückstag. Nein, nicht Ihrer. Aber einer für die restliche Schweiz, für die restlichen etwa 70 % Wähler, die nicht der sogenannten Volkspartei – und Ihnen notabene – die Stimme gegeben haben.

Sie wurden abgewählt. Sie haben gegen eine wild gesetzte Kandidatin haushoch verloren. Kein schöner Abgang. Aber Sie sind ja ein harter Mann. Der Hardliner der Volkspartei. Der sich auch nicht zu schade ist, mit der Unwahrheit zu spielen, um die Massen zu manipulieren, äh, zu informieren (Beispiel hier oder hier).

Ihre Partei gehört zu den wohl fremdenfeindlichsten politischen Gruppen die es in unserer unmittelbaren Umgebung gibt. Natürlich gibt es immer noch «Schafe», die das nicht so sehen. Die reden dann von Meinungsfreiheit und meinen damit eigentlich Ihre populistischen Reden.

Tja, was sollen Sie, lieber abgewählter Bundesrat, nun mit Ihrer Freizeit (und all Ihrem Geld) anfangen? Vielleicht beweisen Sie nun einmal, was Demokratie wirklich bedeutet: Treten Sie mit Würde zurück. Machen Sie Platz für eine menschliche Politik.