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abhijit bossotto

personal thoughts in an impersonal world

Empfehlung: fern-gesehen.com – Vom alltäglichen TV-Wahnsinn. Und Penissen.


Neues Intro für fern-gesehen.com

Es gibt zwei Magazine im Netz, die ich mir regelmässig anschaue: «FernsehkritikTV» und «fern gesehen». Ersteres ist Bestandteil eines empfehlenswerten Abos, bei dem man sich die Bestandteile selber aussuchen kann (unter anderem auch ein sehr sehenswertes Magazin von Lars, «PRESSESCH(L)AU»), letzteres ist ein seit 2010 in unregelmässigen Abständen erscheinendes Format von Lars Golenia (Twitter: @larsgolenia).

In den durchschnittlich zwanzig Minuten langen Folgen schaut er sich eine Sendung an und kommentiert diese auf witzige Weise und bringt so den Zuschauer dazu, über seine Sehgewohnheiten nachzudenken.

Ich weiss nicht mehr, wie ich auf seine Videos aufmerksam wurde, seit ich sie jedoch kenne, bin ich ein ziemlicher Fan von Lars und schätze seine Arbeit sehr. Im Folgenden möchte ich meine – natürlich rein subjektiven – Gründe dafür auflisten:

  • Lars’ Humor ist äusserst erfrischend und hebt sich vom dumpfen «Frauen sind so – Männer sind aber auch so»-Humor ab. Er unterlässt es auch, sich über Menschen lustig zu machen, die es ohnehin schon schwer im Leben haben.
  • Peniswitze: Ich glaube, es gibt keinen deutschsprachigen Kabarettisten, der für seine Peniswitze so bekannt ist wie Lars. Okay, die meisten Witze sind sehr flach aber immerhin noch ein Niveau höher als die Witze von Mario Barth.
  • Besonders witzig sind die Folgen, in denen Lars nicht alleine ist. Witzig gerade deshalb, weil sein Partner nicht zum blossen Stichwortgeber degradiert wird, sondern einen eigenständigen Humor hat.
  • Die Videos sind – für meinen Geschmack zu(!) – kurz. Aber dadurch auch sehr kompakt und die konzentrierte Dosis an Humor ist der Sache nicht abträglich. Es gibt (fast) keine Längen.
  • Lars kritisiert das TV-Programm, ohne dabei zu «moralisieren». Er überlässt das in einigen frühen Folgen seinem alter Ego «Sral».

Inzwischen gibt es über 50 Folgen von «fern-gesehen». Allesamt kann man sich kostenlos auf seiner Webseite oder auf seinem Youtube-Channel ansehen.

Leider ist die Veröffentlichungsfrequenz in den letzten Monaten stark gesunken. Okay, sie tendierte gegen Null. Inzwischen hat er sich aber durchgerungen und fängt wieder mit seinem Format an. Und man kann Lars dabei auch unterstützen: Auf «Patreon» kann man sich als «Patron» für Lars mit einem beliebigen Betrag registrieren*.

Hier noch eine kleine Auflistung von Folgen, die ich mir unbedingt ansehen würde:

*So wie ich Lars einschätze, würde er auch ohne diesen finanziellen Anreiz sein Ding durchziehen und Folgen veröffentlichen. Ich finde es aber toll, einem talentierten Künstler auf diese Weise eine Anerkennung zukommen zu lassen. Und ja, ich unterstütze ihn auch und nein, für diesen Beitrag erhalte ich keinen Cent. Ich möchte diesen Künstler ein wenig bekannter machen…

Review: Summer Wars

Folgendes Szenario: «Facebook» (oder man nehme eine andere x-beliebige, gerade beliebte «virtuelle Welt») ist so mächtig, dass es für Beruf und Freizeit unerlässlich geworden ist: Erst mit einer «digitalen Identität» ist man überhaupt erst «sichtbar». Selbstredend haben sogar die (militärischen) Behörden entsprechende Accounts mit entsprechenden Berechtigungen und könn(t)en sogar Waffen via «Facebook» steuern. Das ganze ist breit akzeptiert und abgestützt. Bis…

Bis eines Tages diese «virtuelle Welt» einem «Hackerangriff» zum Opfer fällt und das Land im Chaos versinkt. Wer soll denn die «reale» Welt dann noch retten?

Das ist die ungefähre Handlung des 2009 entstandenen Anime-Sci-Fi-Filmes «Summer Wars» auf welchen ich zufälligerweise an einem Morgen auf einem öffentlich-rechtlichen Sender gestossen bin.

Zwei sind einer zuviel...

Zwei sind einer zuviel…

Die virtuelle Welt in «Summer Wars» heisst «OZ» und wird zu Beginn des 114minütigen Animes vorgestellt. In ihr werden die Menschen durch Avatare abgebildet und sämtliche Handlungen in der «realen» Welt sind mit denjenigen in der virtuellen Welt verknüpft.

Kenji Koiso, mathematisches Wunderkind, ist die Hauptfigur der Geschichte. Ein schüchterner Junger, der seine Zeit ebenfalls in «OZ» verbringt. Wie alle seine Freunde ebenso. Kurz vor den Ferien bekommt er ein «Job-Angebot»: Die 18jährige Natsuki Shinohara (toll synchronisiert durch die Schauspielerin Katrin Hess) engagiert ihn als «Freund», den sie ihrer Grossmutter Sakae Jinnouchi vorstellen will. Anlass hierfür ist die von den Verwandten akribisch geplante Geburtstagsfeier zu Ehren Sakae’s.

Kenji wird sehr freundlich in der grossen Familie aufgenommen und man nimmt ihm vorerst die Rolle des Freundes ab. Eines Nachts erhält er jedoch eine eMail aus «OZ» mit einem Rätsel, das er in der Nacht noch entschlüsselt. Damit, so glaubt er zumindest vorerst, stürzt er «OZ» ins Chaos, denn am nächsten Tag kann er sich nicht mehr einloggen, sein Mobiltelefon funktioniert nicht mehr und auch andere Nutzer von «OZ» geraten in die Bredouille.

Nach einigen Schwierigkeiten gelingt es jedoch Kenji, zusammen mit Natsuki und deren Familie, die Ordnung in «OZ» wiederherzustellen.

Es gibt sogar ein Happy End...

Es gibt sogar ein Happy End…

Ich kannte bis dahin nur die «klassischen Anime-Produktionen» wie etwa «Niklaas, ein Junge aus Flandern» (der nicht im eigentlichen Sinne ein «Anime» ist). Bis zu «Summer Wars» konnte ich mit «Animes» nichts anfangen. Mit «Mangas» noch viel weniger. Ich hatte «Animes» immer mit den «Pokemons» gleichgesetzt, welche mich nicht wirklich ansprachen. «Summer Wars» hingegen konnte mich mit der intelligenten Handlung und den interessanten Charakteren in seinen Bann ziehen.

«Never turn your back on family, even when they hurt you. Never let life get the better of you. And if you remember nothing else, remember to find time to eat together as a family. Even when times are rough; especially when times are rough. There's no lack of painful things in this world, but hunger and loneliness must surely be two of the worst.Thanks to you, my precious family, I didn't know a moment of either of those the last ninety years.»

Wichtiges Familienleben...

Wichtiges Familienleben…

In «Summer Wars» treffen zwei Gegensätze aufeinander: Moderne und Tradition. Die Moderne wird durch «OZ», die Tradition durch die Familie verkörpert und «Summer Wars» gelingt es, den Spagat zwischen beiden «Welten» zu machen ohne die jeweilig andere zu «verdammen». Denn, alleine mit der «Tradition» lässt sich eine Familie nicht ernähren. Es braucht ebenso die «moderne» Welt. Und auch wenn die Welt untergeht, solange man Menschen um sich hat, die für einen da sind, gibt es immer einen Ausweg.

So gesehen ist «Summer Wars» ein traditionelles Märchen über den Wert der Familie (Liebe) in einer modernen Welt. Ohne dabei in den Kitsch abzudriften wird die Geschichte mit grossartigen Bildern, guten Synchronsprechern und einer starken Hintergrundmusik erzählt.

Dieses Review erschien zeitgleich auch auf about-comics.net

Meine Filme 2012.

Nachdem ich über meine «entdeckte Musik» geschrieben habe, wird es Zeit, sich um die filmischen «Entdeckungen» zu kümmern. Zugegeben: Diese Idee hatte Sam auch schon…

Auch hier gilt: Es sind nicht zwingend Filme, die im Jahre 2012 herausgekommen sind. Die Filme werde ich nicht zusammenfassen. Das wurde auf Wikipedia bereits gemacht.

«Der Gott des Gemetzels» (dergottdesgemetzels.de)

Yasmina Rezas wohl berühmtestes Stück kannte ich vorerst nur als Hörspiel. Deshalb war ich auf die Verfilmung gespannt. Roman Polański gilt als Garant für hochstehendes Kino und die Crew, die er um sich versammelt hat ist auch nicht ohne: Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly geben sich in diesem Film, der leider nur ungefähr 79 Minuten geht, ein Stelldichein.

Ich finde den Film grossartig. Er lebt nämlich nur von seinen Schauspielern und die spielen ihre (Eltern-)Rollen sehr glaubwürdig. Überhaupt: Der Film wirkt sehr glaubwürdig auch wenn die Story natürlich übertrieben ist. Aber, welchen Eltern geht das nicht so: Die eigenen (moralischen) Vorstellungen wollen nicht so ganz zum Verhalten des Nachwuchses passen…

«Dame, König, As, Spion» (tinker-tailor-soldier-spy.com)

George Smiley, die «realistischere» Version von James Bond, wird in diesem Film von Gary Oldman gespielt. Die Rolle Smileys hatte übrigens auch schon der grossartige Alec Guinness in einer TV-Produktion inne.

In meinem Bekanntenkreis stiess der Film nicht auf die gleiche Begeisterung wie bei mir. Dies hat vielleicht mit der Tatsache zu tun, die ich im ersten Satz schon angesprochen habe: Smiley ist «realistischer» (als James Bond). Man sieht in bei typischer Geheimdienstarbeit und diese besteht nun mal nicht im Verführen schöner Frauen oder fahren der neuesten Autos.  Und gerade dieser «Realismus» tut dem Agenten-Genre ganz gut. Sonst läuft man Gefahr, jeden Agenten mit James Bond zu vergleichen.

Ein wundervoller, nicht ganz einfacher Film. Trotzdem: Sehr empfehlenswert.

«Batman-Trilogie» («Batman Begins» / «The Dark Knight» / «The Dark Knight Rises»)

«The Dark Knight Rises» war übrigens der einzige Film, den ich 2012 im Kino gesehen habe. Und das auch nur deshalb, weil ich die vorangehenden Teile ebenfalls im Kino gesehen habe.

Was soll ich sagen? Als Kind, der mit Michael Keaton als «Batman» aufgewachsen ist, war ich natürlich skeptisch. Zu viele Regisseure (und zu viele «Batman»-Darsteller) hatten sich an diesem düsteren Ritter versucht – und sind damit grandios gescheitert. So stand der Neustart nicht gerade unter den besten Sternen – auch wenn Nolan für Qualität steht.

Nolan hat sich Batman anders angenommen als z. B. Tim Burton, dessen Verfilmungen ich bis Heute noch liebe. Er hat eigentlich alles über den Haufen geworfen, was man bisher kannte. Eine gute Entscheidung.

Ich habe mir lange überlegt, welcher Teil mir wirklich gut gefällt. Alle drei Teile sind auf ihre Weise gut (gemacht).  Am meisten gefielen mir ja Szenen, in denen «Batman» aus dem Dunkeln heraus agiert und natürlich Szenen mit dem neuen «Batmobil»…

So gefiel mir im dritten Teil auch der erste Kampf zwischen ihm und «Bane». «Bane» ist so eine Sache für sich… In den Comics ist er ein hochintelligenter Killer, der sich mit seiner Droge «Venom» in körperliche Sphären jenseits von Gut und Böse katapultieren kann und der wohl (körperlich) stärkste Gegner «Batmans» wird.

Im Film ist seine Rolle anders angelegt: Obwohl er der Antagonist darstellt, agiert er nicht alleine und wird von jemandem gesteuert. Auch erhält er durch seine Schläuche keine Aufputschdrogen, sondern lediglich Morphium um seine Schmerzen zu lindern. Es stellt sich so die Frage: Wieso ist «Bane» so stark?

Oder müsste die Frage heissen: Warum ist «Batman» so schwach? Gut, warum dass das so ist, wird im Film natürlich auch erklärt.

Der beste Teil der Trilogie ist zweifelsohne «The Dark Knight». Die Handlung ist «logischer» und die Darsteller sind besser. Auch wenn natürlich Oldman, Bale und auch Caine in allen Teilen überzeugten.

Den dritten Teil fand ich ein wenig zu fade. Es fehlte ein «Aha»-Moment. Aber insgesamt überzeugt die Trilogie durchwegs.

Welche Filme haben euch im 2012 vom Hocker gerissen? Welchen Film sollte ich mir unbedingt ansehen? Ich freue mich über Empfehlungen in den Kommentaren!