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abhijit bossotto

personal thoughts in an impersonal world

Like a hobo…

«Heute sind wir alle Sozialdemokraten»

Chile hat sich zur südamerikanischen Antwort auf das nordische Modell entwickelt. Darunter versteht man die Wirtschaftspolitik der skandinavischen Staaten. In Details mögen sich Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen unterscheiden, im Grossen und Ganzen wollen jedoch alle das Gleiche: wirtschaftliche Effizienz und soziale Gerechtigkeit unter einen Hut bringen. Deshalb wird in Skandinavien der Wirtschaft so weit wie möglich freie Hand gelassen – die Beamten verstehen sich nicht als Manager. Der Staat sorgt vielmehr dafür, dass die unsozialen Auswüchse der Marktwirtschaft ausgeglichen werden. Das hat sich bewährt: Die nordischen Staaten gehören zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Staaten der Welt und haben die glücklichsten Einwohner.

Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet hat in ihren beiden Amtsperioden das Gesundheitssystem, die Renten und die Kinderzulagen ausgebaut. Sie sorgte dafür, dass die Profite aus dem einträglichen Kupfergeschäft – wie die Erdölgewinne in Norwegen – der Gesamtheit zugutekommen. Das hat der Sozialistin eine Zustimmung von 75 Prozent eingetragen und im Volk eine neue Mentalität entstehen lassen. «Heute sind wir alle Sozialdemokraten», sagte der Soziologe Eugenio Tironi dem «Economist».

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Suedamerikas-Erfolgsmodell/story/21088617

Vom Iran und China…

Dass China einen britischen, offenbar psychisch gestörten, Staatsbürger Akmal Shaikh hingerichtet hat, weiss wohl inzwischen die ganze Welt. Die Reaktionen schwanken zwischen Empörung und heimlicher Genugtuung, hatte doch Akmal Shaikh vier Kilo Heroin ins Land geschmuggelt…

Erstaunlich, wenn im Iran Demonstranten und Oppositionelle willkürlich verhaftet, gefoltert und ins Gefängnis gesteckt werden, ist der Aufschrei in der «westlich-zivilisierten» Welt gross.

Nicht, dass ich die beiden Ereignisse gegeneinander aufwägen will. Was im Iran geschieht ist wirklich tragisch (und wie viel davon «manipuliert» wird um uns dementsprechend «gegen» das «Regime» aufzuhetzen wir «noch» nicht…) und muss von jedem humanistisch veranlagten Wesen natürlich verurteilt werden.

Wir sollten bei all dieser «Aufregung» jedoch nicht vergessen, dass mit China ein weitaus grösserer «Feind» der «Demokratie» vorhanden ist, der sich einen Deut um seine Bevölkerung kümmert, bereits seit Jahrzehnten Tibet besetzt und auch sonst sehr unzimperlich mit «Verbrechern» und «Regimegegnern» umspringt…

Ich würde die «Empörung» gegenüber dem Iran vielleicht weniger als Heuchelei empfinden, würde man sich gegen China auch so deutlich aussprechen. Aber das geht ja nicht… Wie sagt ein altes Sprichwort so schön? «Geld regiert die Welt.»