22 Aug
2010

Volker Pispers zur Todesstrafe…

Der deutsche (Polit-)Kabarettist Volker Pispers äussert sich zur Todestrafe. Äusserst hörenswert und äusserst passend…

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21 Aug
2010

Todesstrafe: Originelle Leserkommentare

Gestern habe über die wohl hanebüchenste Initiativ-Idee berichtet, die zurzeit den Schweizer Blätterwald beherrscht: Die Wiedereinführung der Todesstrafe (für Sexualverbrecher). Offenbar hat das Thema hohe Wellen geschlagen und offenbar dürfen sich nun auch Menschen melden, die sonst nix zu melden haben, anders sind mir die folgenden Beiträge nicht zu erklären. Einige kleine Schmankerl von (rechts-)bürgerlich, konservativem Denken:

So meint etwa eine Leserin bei «Blick online»:
«Todesstrafe. Egal ob mit dem Auto, einer Waffe oder nur mit den Händen. Ich bin dafür!»
Genau, immerhin ist die Gute konsequent. Fehlt nur noch die Todesstrafe für Manager, die dank ihrer Gier für die Knappheit an Nahrungsmitteln sorgen, oder?

Ein anderer Leser des gleichen Portals doppelt etwa so nach:
«Typisch, immer die Kirche und die, linke Grünen, jammern. Die Todesstrafe ist das einzig richtige für Kinder-Schänder-Mörder. Daran gibts nichts zu diskutieren. Natürlich sind SP und CVP gegen die Todesstrafe… den diese Leute sind ja selber… übrigens Kirche und soziales haben in der Politik nichts zu suchen!»
Tja, was soll, was kann man da noch hinzufügen? Ganz klar, die Todesstrafe für Kinder-Schänder-Mörder ist ein interessanter Ansatz. Töten wir nun also diejenigen, die Kinderschänder töten? Oder töten wir gar Kinder, die Schänder mördern? Fragen über Fragen…
Aber das ist ja nicht das einzige Hors d’oeuvre, das dieser Beitrag beinhaltet: Es wird, wie immer in solchen Fällen, auf die Linken, Grünen und die Kirche eingedroschen. Mit dem gewagten Vorwurf: Wer ja nicht für die Todesstrafe (für Kinderschänder) sei, der sei für die Kinderschänder. Natürlich ein blanker Unsinn.

Ein anderer Leser wiederum (auf dem gleichen Portal) tut seine Meinung so kund:
«mich nimmt es wunder, die wo jetzt alle gegen die todesstrafe sind, wie die reagieren würden, wenn ein sexualverbrecher ihr tochter vergewaltigt und dann sie umbringt!!! ich bin für die todesstrafe, denn so ein mensch hat das leben nicht mehr verdient denn wenn niemand jemand vergewaltigt und auch niemand umbringt, dann wird die todesstrafe nicht eingesezt. so eingach ist dass»
Also, wenn Herr Niemand jemand vergewaltigt und auch umbringt, dann wird die Todesstrafe nicht eingesetzt. Genau, so einfach ist das…

Und noch ein literarischer Leckerbissen gefällig? Wiederum vom gleichen Online-Portal:
«Ich finde es völlig richtig dass die Todesstrafe in der Schweiz wider eingeführt werden soll. So wie das bei uns zu und her geht, ists wirklich wie im Mittelalter. Wenn die Leute sich so b enehmen wollen, dann müssen auch richtige Strafen her. Die meisten Leute lachen über unsere Gesetze. Wie manches Jahr bekommt ein Sexualtäter, he??? in max. 10 Jahren sind diese Menschen bei uns in der Schweiz wider draussen. Wo um Himmels Willen ist da die Gerechtigkeit. Her mit der Todesstrafe!!!»
Genau, die liebe Gerechtigkeit wird bemüht. Ich bin dann mal gespannt, was passiert, wenn der erste Unschuldige hingerichtet wird…

Erstaunlich sind dabei die zahlreichen Wort-Neu-Schöpfungen oder grammatikalisch-orthographischen Wunder, die einige da so vollbringen…

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20 Aug
2010

Sommerloch? Die Todesstrafe in der Schweiz…

Das Sommerloch, welches für vielerlei Dinge jedoch ausdrücklich nicht für Langeweile verantwortlich gemacht werden kann, sollte eigentlich inzwischen wieder seriöseren Nachrichten und Themen Platz gemacht haben. Weit gefehlt: Neben der allgegenwärtigen «EU»-Phobie, tummeln sich Wölfe, Rinder, Schafe und neuerdings sogar Todesstrafen-Befürworter in den Medien.
Nun könnte man es natürlich gut finden, wenn auch über «Tabus» wie die «Todesstrafe» ja nun einmal seit einigen Jahrzehnten hier ist, wieder diskutiert wird. Die Initiative, die unter anderem von Marcel Graf, offenbar einem Angehörigen eines Opfers, mitgetragen wird, verlangt im Wortlaut ungefähr folgendes:

«(…)die Wiedereinführung der Todesstrafe bei «Mord mit sexuellem Missbrauch(…)»

Dabei zeigt sich der Schweizer Mob wieder einmal von der besten Seite. Aber ich sagte es ja schon früher: Diskussionen um Kinder, Tiere oder Sex sind nicht möglich. Warum? Weil der Verstand ausgeschaltet und mit dem Bauch diskutiert / argumentiert / disputiert wird.

Die Diskussionen auf nzz.ch oder auf tagesanzeiger.ch lassen finsteres erahnen. Natürlich sind für all die zweifelsohne schrecklichen Verbrechen die Urheber ausgemacht: Die «Linken» und die «Netten», die mit ihrer «Kuscheljustiz» die Täter nur verhätscheln. Natürlich, die «Linken» und «Gutmenschen» sind schuld. Wann sind sie das eigentlich nicht?

Wohlgemerkt und das ist ja wohl das Pikante an dieser Initiative: Es geht nur um Tötungsfälle in Zusammenhang mit Sexualverbrechen. Wenn nun also ein Bankräuber eine Geisel erschiessen würde, würde der nicht hingerichtet. Als ob ein Mord höher zu gewichten sei als ein anderer…

Richtiggehend perfide finde ich dann solche Aussagen, wie man sie z. B. auf «Tagesanzeiger Online» in den Kommentaren nachlesen kann:

«(…) Ich frage Sie dann nochmals, nachdem jemand in Ihrem Bekanntenkreis das Opfer eines Sexualverbrecher geworden ist (die kommen ja nach ein paar Jährchen wieder frei). (…) Diese armen Sexualverbrecher – denen muss doch ein Luxusaufenthalt in einer Edelklinik vergönnt sein oder ? Sie haben ja nur einen Angehörigen auf brutalste Weise umgebracht, na und? »

Es scheint, als hätte die Trollproduktion gerade eine neue Hochkonjunktur erlebt. Dabei zeigen die meisten solchen Kommentatoren ihr wahres, ziemlich primitives Gesicht. «Auge um Auge. Zahn um Zahn.» fordern sie, sind aber letztlich sehr inkonsequent… Denn, es gibt ja auch noch Morde aus anderen Gründen. Hat ja nicht alles mit Sexualität zu tun, oder?

Menschen sind in der heutigen Zeit offen für populistische Forderungen. Dies, obwohl sie insgeheim eigentlich wissen müssten, dass diese nichts bringen. Aber, da der Mensch ja ein ängstliches Herdentier ist – womit wir wieder mal bei Schafen und Wölfen sind – läuft er blindlings hinter einem Rattenfänger – schon wieder eine Märchenfigur – hinterher, der ihnen den Himmel auf Erden oder zumindest gewaltig mehr Sicherheit auf unseren von Ausländern geputzten und asphaltierten Strassen verspricht.

Einfach widerlich.

Es hat sich übrigens auch MeLa vom Projekt sinnfrei darüber schon so ihre Gedanken gemacht…

Dabei frage ich mich, ob das nun alles kleine Schafe sind, oder nur als Schafe verkleidete Wölfe, die nur darauf warten, anzugreifen…

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22 Mai
2010

«FernsehKritikTV» braucht Hilfe!

Normalerweise veröffentliche ich in meinem Blog keine/wenige Spendenaufrufe. Hier mache ich aber mal eine Ausnahme: Es geht um das beliebte satirisch-kritische TV-Magazin: «FernsehKritikTV.de» von Holger Kreymeier.

Bei «FernsehKritikTV» handelt es sich um ein «TV-Magazin» über den alltäglichen Wahnsinn, dem wir tagtäglich im TV ausgesetzt sind. Dabei nimmt Holger Kreymeier meistens kein Blatt vor den Mund und kritisiert schonungslos – aber immer mit einer zünftigen Portion Ironie. Klar, dass solche Worte nicht von allen gerne gehört werden…

Die Grenze zwischen Triumph und Tragik, wie Holger in seinem Blog so schön schreibt, sind fliessend. Triumph: Weil sein geniales Magazin für den «Grimme Online Award» nominiert ist (bitte hier voten) und tragisch weil Holger einen Kampf, David gegen Goliath gleich, gegen übermächtige Gegner der «CallIn-Industrie» (oder wie soll man das nennen?!) führt. Ein Kampf mit ungleich langen Spiessen…

Warum sollte man nun Holger spenden? Ich habe Holger als jungen, motivierten Menschen kennengelernt, der sich kritisch mit dem allmächtigen Medium Fernsehen beschäftigt. Jede noch so kleine Spende hilft und wenn es nur ein Euro ist ;-) (Spenden sind sowohl via Bank als auch über Paypal möglich, wobei Paypal Gebühren verlangt…)

Hier noch sein Spendenaufruf:

«Triumph und Tragik

Der heutige 11. Mai 2010 ist, das haben Sie ja sicher schon mitbekommen, ein sehr erfreulicher Tag für Fernsehkritik-TV – wegen des schon eine Etage tiefer erwähnten Grimme Online Awards. Wenn Sie für uns HIER VOTEN, gibt’s am Ende womöglich sogar den Publikumspreis. Also: Stimmen Sie für uns ab!

Dies ist aber leider nur die eine (erfreulichere) Bitte, die ich habe. Die andere Bitte ist weniger erfreulich, aber leider notwendig! Denn genau an diesem 11. Mai 2010 haben wir uns eine weitere juristische Klatsche eingefangen – diesmal vom Landgericht Hamburg. Die Kurzform: In der Dokumentation “Anrufen und verlieren”, deren Veröffentlichung uns ja untersagt wurde, war von der Firma Mass Response als Produzent die Rede. Mass Response ließ daraufhin per Gericht erfolgreich mehrere Einstweilige Verfügungen verhängen – gegen mich als Person, gegen Alsterfilm, gegen den Autor des Filmes, Marc Doehler, und gegen das Rechenzentrum unseres Providers. Primavera sei der Produzent und nicht Mass Response, hieß es. Obwohl von unserer Seite dargelegt werden konnte, wie eng Mass Response und Primavera verbunden sind, dass Primavera laut Impressum (von “Anrufen und gewinnen”) “im Auftrag von Mass Response” handelt und diverse Punkte mehr, ließ das Gericht unseren Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung nicht gelten! Es sei eine falsche Tatsachenbehauptung, Mass Response als “Produzent” der Call-In-Shows “Anrufen und gewinnen” und “Swissquiz” zu bezeichnen (zumindest was den Zeitraum für die Ausschnitte angeht, die für den Film verwendet wurden). Hier jetzt noch weiter gegenan zu gehen wäre schlichtweg sinnlos gewesen – wir haben diese Einstweilige Verfügung deshalb nun abschließend so anerkennen müssen. Der Kampf in München, wo es direkt gegen Primavera und um die konkreten Inhalte des Filmes geht, wird aber unvermindert weitergehen – ich bin entschlossen, dies bis zur allerletzten Instanz durchzuziehen! Leider haben wir bekanntermaßen aber auch vor dem Oberlandesgericht München bislang nur einen kleinen Teilerfolg erzielen können. Ziel muss in letzter Instanz der Bundesgerichtshof sein!

Da der Streitwert mit 100.000 Euro in Hamburg und 60.000 Euro in München extrem hoch ist (unsere Anträge nach Verminderung wurden abgeschmettert), rollt jetzt eine Kostenlawine auf mich zu, die noch gar nicht absehbar ist. Deswegen ist nun meine dringende Bitte an jeden Einzelnen, ein bisschen Geld für Fernsehkritik-TV zu spenden. Selbst wenn theoretisch jeder Zuschauer nur einen Euro spenden würde, sähe die Welt schon anders aus. Ansonsten kann ich nicht garantieren, dass es dieses Magazin noch lange gibt – angesichts der Tatsache, dass ein Grimme-Preis greifbar nahe ist und wir kurz vor der 50. Ausgabe stehen, wäre das tragisch. Aber wenn der Punkt erreicht ist, dass womöglich laufende Kosten nicht mehr gezahlt werden können, dann bedeutet dies auch das Aus für unseren Server!

Deshalb an dieser Stelle meine dringende Bitte um eine kleine Spende – entweder über Paypal an spenden@fernsehkritik.tv oder auf folgendes Konto:

Holger Kreymeier / Hamburger Sparkasse / Konto 1317468310 / BLZ 200 505 50 / Verwendungszweck: Spende Fernsehkritik-TV

Internationale Bankverbindung: IBAN DE69 2005 0550 1317 4683 10 / BIC: HASPDEHHXXX

Vielen Dank!»

Quelle: http://fernsehkritik.tv/blog/2010/05/triumph-und-tragik/

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