Ich bin Batman.

Menschliches / Persönlich / Rassismus

Manchmal, wenn ich nachts wach in meinem Bett liege und mir wieder einmal überlege, wer ich sein möchte anstelle dessen, was ich bin. In meiner Fantasie bin ich ein Superheld: Tagsüber ein schwerreicher und schwergelangweilter Playboy und nachts auf den Schwingen der Gerechtigkeit über die Dächer ziehend, stets die Schwachen im Auge und den Verbrechern auf der Spur. Ich bin Batman. Oder vielmehr: Ich möchte Batman sein.

Batman ist wohl eine der spannendsten Figuren in der «Comicwelt». Durch den tragischen Verlust seiner Eltern wird er uns ein Stückweit menschlicher. Anders als Superhelden die mit Kräften ausgestattet sind, handelt es sich bei ihm um einen normalen Menschen. Zugegeben: Einen schwerreichen normalen Menschen.  Dank seinem Reichtum kann er sich entsprechende Ausbildungen und spezielle Ausrüstungen leisten – man denke da an seine ganzen Fahrzeuge…

Allerdings ist Bruce Wayne auch eine höchst tragische Figur: Den Tod seiner Eltern hat er nie verkraftet. Zu einem intakten Liebesleben ist er nicht fähig und auch sonst ist er der unnahbare geblieben, der die Geister nicht loswird.

Dear Bruce. I need to be honest and clear. I'm going to marry Harvey Dent. I love him, and I want to spend the rest of my life with him. When I told you that if Gotham no longer needed Batman we could be together, I meant it. But now I'm sure the day won't come when *you* no longer need Batman. I hope it does; and if it does I will be there, but as your friend. I'm sorry to let you down. If you lose your faith in me, please keep your faith in people. Love, now and always, Rachel.
[Übersetzung AB: Lieber Bruce, ich möchte ehrlich und offen zu dir sein. Ich werde Harvey Dent heiraten. Ich liebe ihn und möchte den Rest meines Lebens mit ihm verbringen. Als ich damals sagte, dass wir zusammensein könnten, wenn Gotham Batman nicht länger bräuchte, meinte ich das so. Aber ich bin mir sicher, dass der Tag nie kommen wird, an welchem du Batman nicht mehr brauchst. Aber ich hoffe, er wird kommen. Und wenn, werde ich für dich da sein, als Freund. Bitte verzeih, dass ich dich fallen lasse. Und falls du den Glauben in mich verlierst, so verlier deine Hoffnung nicht in die Menschen. In liebe, jetzt und für immer. Rachel]
(Quelle: imdb.com
)

Die obigen englischen Zeilen stammen aus «The Dark Knight». Rachel, die Jugendfreundin von Bruce Wayne lässt ihm diese zurück, nachdem sie geht. Alfred, Bruces treuer Butler, öffnet den Brief, liest ihn und vernichtet ihn. Er will Bruce den (Liebes-)Kummer ersparen… (Im dritten und abschliessenden Teil wird diese Handlung noch von Bedeutung sein…)

Möchte ich also wirklich Batman sein? Ja! Und auch Bruce Wayne? Natürlich! Denn in gewisser Weise sind wir alle wie Batman. Allerdings bewegen wir uns in Grenzen. Wir sind manchmal unbequem, manchmal laut und manchmal launisch. Und doch haben wir einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Wir glauben zwar an das System, wissen aber dass es Grenzen hat. Und wir alle tragen unseren eigenen Rucksack mit. Unsere eigenen Erfahrungen, die uns zu dem gemacht haben, was wir nun heute sind.

Und wir haben die Hoffnung nicht verloren. Trotz dem täglichen Hoffnungslosen. Trotz Menschen, die uns für das, was wir sind, verachten.

Because he's the hero Gotham deserves, but not the one it needs right now. So we'll hunt him. Because he can take it. Because he's not our hero. He's a silent guardian. A watchful protector. A Dark Knight.
[Übersetzung AB: Weil er der Held ist den Gotham verdient, aber nicht der den es gerade braucht, also jagen wir ihn, weil er es ertragen kann, denn er ist kein Held, er ist ein stiller Wächter, ein wachsamer Beschützer, ein dunkler Ritter.]
(Quelle: imdb.com)

Quelle Bild: http://images3.wikia.nocookie.net/

Edit (16.11.2012): Ich wurde von Bernd Villiger darauf hingewiesen, dass es tatsächlich schon Literatur gibt, die sich mit Batman beschäftigt und beleuchtet, warum uns dieser Charakter nicht ganz fremd ist.