Amokläufe und sowas…

Menschliches

In den letzten Tagen haben Jugendliche hinreichend bewiesen, dass sie in Sachen Gewalt und «Terror» den «Erwachsenen» nicht zurückstehen. Auch in diesem Fall stürzen sich die Medien wie die Geier auf Opfer, Täter und die Tat an und für sich.

Ob das alles wirklich der Information dient, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Vielmehr geht es wohl – wie immer bei menschlichen Tragödien – darum die sensationslüsterne Gier der Leserinnen und Leser zu befriedigen. Vielleicht könnten diese Medien sich ja auch dieser Vorlage hier bedienen (genialer Artikel!)
Und sollte man bei einem dieser Täter dann auch noch ein sogenanntes «Killerspiel» finden, sind die Meinungen gemacht. Die öffentliche Empörung gebührt den bösen Unterhaltungsmedien und nach einiger Zeit verebbt in jedem Fall wieder die Diskussion.
Es ist einfach zum Kotzen.

Hier noch einige interessante Diskussionsansätze:

Princo / Piecho

1 Comment

  1. Bernd says

    Hallo Abi

    Tja, ich kann dir nur vollumfänglich zustimmen…

    Die Medien stellen ihren “Informationsauftrag” vor jegliche Moral und lassen den Betroffenen keine Zeit und Ruhe um zu trauern. Zudem suchen die Medien zusammen mit der Politik hauptsächlich stets die Schuld in erster Linie bei den “Killerspielen”. Das ist schlichtweg ein Armutszeugnis für die Gesellschaft.

    Sicherlich ist ein Killerspiel nicht grade förderlich fürs Sozialverhalten, wenn ein vielleicht Acht Jahre altes Kind jeden Tag z.B. Counterstrike spielt. Die Hemmschwelle jemanden weh zu tun, kann dadurch durchaus gesenkt werden. Hier muss man den Psychologen und Psychiatern sicher zustimmen. Aber… Allein ein Killerspiel macht noch aus niemanden einen echten Killer. Das Problem liegt in der heutigen Gesellschaft, in ihrer Einstellung zum Leben allgemein und ihren Wertvorstellungen.

    Aber sowas will natürlich niemand hören. Schliesslich ist es einfacher die Killerspiele zu verbieten, als die Gesellschaft zu ändern. Nun denn, sollen sie verboten werden für die unter 18 Jährigen. Und dann garantiere ich dafür, dass es niemals mehr einen Amoklauf an einer Schule geben wird. Mittels Stasi-Methoden wird sichergestellt, dass auch ja kein unter 18 Jähriger je an ein Killerspiel rankommt. Eine überaus effiziente Lösung! Somit kann auch kein potentioneller Amokläufer – der ein bisschen Talent in Sachen PC hat – die Schule als Map im PC einfach designen und danach im Killerspiel durchspielen. Und auch wenn er keine Map designen kann – Killerspiel spielen geht ja nicht mehr und somit gibts auch keinen Amokläufer mehr…

    Blöd allerdings wenn der nächste Amokläufer es doch schafft und sich dann herausstellt, dass er gerne mit selbstgebastelten Gewehren Killer spielte und dass er die Schule mit Karton, Papier, Klebeband und Leim adäquat nachgebaut und mit Playmobil-Figuren das Szenario bis ins letzte Detail geplant hat. OK, man kann nicht alles von Anfang an wissen: Also wird danach ein neues Gesetz im Schnellverfahren verabschiedet: Karton, Papier, Klebeband und Leim für alle unter 18 Jährigen ab sofort verboten.

    Der nächste Amokläufer baut sich dann die Schule als Holzmodell… Und der übernächste plant nur in seinem Kopf…

    Gruss
    Bernd

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