Lösung?

Menschliches / Minds / Poesie

Seit längerer Zeit wird dies mein persönlichster und vermutlich für einige Zeit auch mein letzter Eintrag. Persönliche Gründe bewegen mich dazu und man möge verstehen, dass ich hierzu keine Auskunft geben möchte. Noch nicht. Keine Angst, mir geht es gut. Den Umständen entsprechend halt. Wie es einem so gehen kann, auf unserer guten alten Mutter Erde.

Es soll ja Leute geben, die eine bestimmte Sehnsucht nach dem baldigen Ende ihres Lebens verspüren. Ich gehöre ebenso zu dieser kleinen, meist unscheinbaren und doch allgegenwärtigen Gruppe. Einige erfüllen sich ihre Sehnsucht und benutzen dazu mehr oder weniger geeignete Mittel und Wege. Manchmal klappt es. Ab und zu jedoch nicht. Und manchmal bereut man es auch, kurz vor dem „finalen Schuss“.

Und dann fangen sie an. Die Gerüchte. Die hinter vorgehaltener Hand verbreiteten „Wahrheiten“ und „Infos“, die man aus den einen oder anderen allwissenden „Quellen“ vernommen hat. Einiges stimmt vielleicht, das meiste nicht und so dient es – wie so vieles im Leben – nur dem Amüsement der Neugierigen. Verdammt.

Und dann kommt sie. Die Zeit der Fragen. Nach dem Warum. Dem Wieso. Und bald einmal machen alle Fragen der unauslöschlichen Tatsache Platz, dass man es ohnehin niemals erfahren würde. Einige zerbrechen daran. Andere nicht. Einige können ihren Schmerz verbergen. Andere nicht. Manche suchen. Manche finden nichts. Verzweiflung.

Die Sehnsucht ist da, ja. Man kann sie nicht abstreiten. Für einige ist sie krank, gar schon pervers. Andere können – wenn auch nur in ihren tiefsten, totgeschwiegenen Gedanken – einigermassen mitfühlen. Die grosse Masse kennt es. Irgendwo kennt jeder jemanden, der es getan hat. Irgendwann einmal. Und doch haben viele Mühe damit. Abstand.

Das Leben endet im Tod. Für einige beginnt es erst da. Für die allermeisten endet es da. Den Tunnel mit dem Licht gibt es wohl nicht. Es gibt wohl nur eine Abzweigung, vor der man dann, vielleicht mit einem Loch im Kopf, steht. Leben. Tod. Wie man sich entscheidet, weiss man nicht.

Und vielleicht ist es gerade die Erlösung, die eine Todessehnsucht herbeiruft. Man muss keine Entscheidungen mehr treffen und kann sich – bildlich gesprochen – endlich ausruhen. Ein schöner Gedanke. Einige verstehen das. Andere nicht. Es gibt sogar Religionen, die nennen sowas „Sünde“. Früher hat man solche Menschen nicht einmal auf dem Friedhof begraben.

Feiglinge. Nein, Feiglinge sind es nicht. Jeder hat für sich entschieden.

Tragisch. Tragisch, dass man in unserer Zeit zu solchen „Lösungen“ greifen muss, wenn man nicht mehr genug Atem zu Leben, nicht mehr genug Liebe zum Leben, nicht mehr genug Sinn zum Träumen hat…

6 Comments

  1. Also manchmal würde ich ja am liebsten jemandem mal so richtig durchschütteln wollen!!!!!

    Wenn es einen Preis für ellenlanges “Drumherumlesen-ohne-auf-den-Punkt-zu-kommen” gäbe, hättest Du ihn verdient!

    Wenn ich nicht genau wüßte, dass Du gerne mal zweideutig redest, würde ich mir nach diesem Beitrag echt Sorgen machen!

  2. @Sven: Tja, du kennst mich schon sehr gut und weisst, wie meine Texte zu deuten sind. Natürlich hatte ich beim Texten eine bestimmte Absicht. Aber hier habe ich einfach mal die Gedanken schweifen lassen. So unmöglich es nun auch tönt :-)

  3. Christian in Wien says

    Sowas ist nie die Lösung, sonder der Horror für alle die zurückbleiben. SIe werden sich immer vorwürfe machen, sich fragen usw.

    Es ist grausam den hinterbliebenen gegenüber diese doch so scheibar und in wirklichkeit irgendwie feige lösung zu wählen.

  4. vivec says

    Hallo abi,
    wenn du gehen willst, wünsche ich dir eine gute Reise. :)

    Wenn nicht – das Leben hält immer wieder schöne Momente bereit, die einen für das morgendliche Aufstehen und all die anderen unangenehmen Dinge entschädigen. Finde ich zumindest…

  5. Pingback: a b h i j i t B o s s o t t o . c o m / Kalte Dusche…

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