Von Super-Nannys und Super-Mamis

Satire / Skuriles / Spass / TV-Serien

Als ich so letzthin auf meinem Lieblingssessel vor dem Fernseher sass und mir meine liebe Agatha gerade die Füsse massiert hat, da sah ich auf einmal ein rassiges Mädel mit Brille auf RTL. Ich guckte der also ein wenig zu – wobei es da ja nicht so viel zu gucken gab. Es war ja erst 20:15 Uhr und ausserdem war das Mädel da nicht alleine. Nein! Da waren noch andere Frauen – oder vielmehr nett anzusehende kleine Mädchen, Girlies nennt man die wohl heute. Jedenfalls waren die nett anzusehen. Bis die einmal den Mund aufgemacht haben…

Was die Mädchen dann da für grosse Töne spuckten, das hatte ich in meiner ganzen Journalistenzeit nicht erlebt. Auch Agatha hatte den Kopf gen Bildschirm erhoben. Sie wusste natürlich, was für einen Schmarrn’ ich mir da ansah: Die Super-Nanny!

Dann kam natürlich, was immer kommen musste und meine Agatha klärte mich über die Sendung auf. Und nach etwa zwei Stunden, drei Kopfwehpillen und einer kleinen blauen Pille für danach (ihr wisst schon…) wusste ich, um was es in der Sendung ging.

Da ging dieses rassige Ding in wildfremde Familien und wollte denen helfen, ihre Familienprobleme zu lösen. Ok, dass hatten wir früher auch schon. Immer, wenn unsere Jungens daheim randalierten kam ich mit meinem Feuerlöscher und die Sache war gegessen. Naja, geputzt hab ich daheim nie. Das erledigt natürlich immer die Agathe.

Na, jedenfalls zurück zu dieser «Nanny». Ich habe noch nie so viele kleine, pummelige, pubertierende Mädchen gesehen wie in dieser Sendung – wenn wir mal meine Schulzeit beiseite lassen. Das ist nun auch schon eine halbe Ewigkeit her…

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es doch lobenswert ist, wenn ein Profi sich den kleinen Monstern annimmt. Ja, das ist natürlich so eine Sache. Meine Agatha pflegte schon früher immer zu sagen: Lieber fünf anständige Jungs als zwei Mädels in der Pubertät. Vielleicht hatten wir deshalb nur sechs Jungs…

Zurück zur Sendung: Da hatte das Mädel so einen Knopf im Ohr. Zuerst dachte ich ja, die bräuchte schon ein Hörgerät, doch – oha! – es war ein Mini-Sender. Dort hat die immer Anweisungen erhalten und dann weitergegeben.

Und die Befehle, die die da erteilt hat, waren schon deftig. Natürlich nicht so deftig wie Agatha’s Süppchen, dass sie mir dann servierte aber immerhin.

Hm, da fehlt doch noch irgendetwas!

Ja, genau. Die Mutti. Agatha hat mich soeben freundlich darauf hingewiesen, dass ich die Mutter vergessen hatte. Tja, so kann es wohl gehen…

Wobei man die durchaus vergessen konnte. Hätte ich nicht meine dicke Brille aufgehabt, ich hätte die gar nicht gesehen. Die ging unter im Geschrei der Gören und im Flutlicht der Kameras.

Jedenfalls die Nanny hat dann das alles geregelt. Ich weiss jetzt nicht, ob die den Kindern irgendwelche Drogen gegeben hat oder ihnen erzählt hat, sie müssten nach Guantanamo, wenn sie sich nicht benehmen würden, jedenfalls waren sie am Ende der Sendung ganz still…

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